Die 8 wichtigsten Gitarrenakkorde für Anfänger
Em, Am, Dm, E, A, D, C und G: jeder Griff mit den typischen Fehlern, sinnvollen Paaren zum Wechseln und einem Plan für die ersten 14 Tage.
Die acht Grundakkorde
Lesart: senkrechte Linien sind die Saiten, links die tiefe E-Saite. Zahlen in den Punkten nennen den Finger (1 Zeigefinger bis 4 kleiner Finger), ○ heißt leer anschlagen, × heißt die Saite auslassen.
Die acht wichtigsten Akkorde für den Einstieg sind E-Moll, A-Moll, D-Moll, E-Dur, A-Dur, D-Dur, C-Dur und G-Dur. Alle acht sind offene Griffe, bei denen einige Saiten leer mitklingen, und keiner braucht einen Barré. Zusammen decken sie die Tonarten ab, in denen besonders viele einfache Lieder stehen. Hier findest du zu jedem Griff die typischen Fehler, die besten Paare zum Üben und einen Plan für die ersten 14 Tage.
Warum genau diese acht?
Die Auswahl ist kein Zufall. Lieder bestehen meist aus Akkorden einer gemeinsamen Tonart, und die acht Griffe verteilen sich so, dass mehrere vollständige Akkordfamilien entstehen:
| Tonart | Akkorde aus der Liste | Was fehlt noch? |
|---|---|---|
| G-Dur | G, C, D, Em, Am | nichts für einfache Lieder |
| C-Dur | C, G, Am, Dm, Em | F-Dur (Barré oder Fmaj7) |
| D-Dur | D, G, A, Em | H-Moll (Barré) |
| A-Moll | Am, Dm, E, C, G | F-Dur bei manchen Liedern |
| E-Moll | Em, Am, C, D, G | nichts für einfache Lieder |
G-Dur und E-Moll sind damit die freundlichsten Tonarten für Einsteiger. Steht ein Lied in einer anderen Tonart, lässt es sich mit einem Kapodaster oft so verschieben, dass wieder nur diese Griffe nötig sind.
Die acht Griffe im Detail
E-Moll (Em)
Zwei Finger im zweiten Bund, alle sechs Saiten klingen. Kaum ein Akkord ist leichter. Typischer Fehler: Der Ringfinger liegt flach und berührt die G-Saite. Tipp: Finger steil stellen, sodass zwischen Fingerunterseite und G-Saite Luft bleibt.
A-Moll (Am)
Drei Finger, die tiefe E-Saite wird nicht angeschlagen. Typischer Fehler: Die hohe e-Saite klingt dumpf, weil der Zeigefinger auf der H-Saite zu flach aufliegt. Tipp: Den Zeigefinger mit der Kuppe aufsetzen und das Handgelenk etwas nach vorn schieben.
D-Moll (Dm)
Gespielt werden nur die vier hohen Saiten. Der Griff liegt sehr kompakt. Typischer Fehler: Der Ringfinger auf der H-Saite dämpft die hohe e-Saite. Tipp: Den Ringfinger leicht zur Bundmitte hin kippen und den kleinen Bereich zuerst ohne Anschlag ertasten.
E-Dur (E)
Die Form von E-Moll mit einem zusätzlichen Zeigefinger auf der G-Saite im ersten Bund. Typischer Fehler: Der Zeigefinger dämpft die H-Saite. Tipp: Zuerst den Zeigefinger setzen, dann Mittel- und Ringfinger.
A-Dur (A)
Drei Finger nebeneinander im zweiten Bund. Weil im Bund wenig Platz ist, sitzen sie leicht versetzt. Typischer Fehler: Der Ringfinger auf der H-Saite berührt die hohe e-Saite. Tipp: Die Finger leicht schräg versetzt anordnen, damit jeder Platz hat, und darauf achten, dass der Finger auf der H-Saite die hohe e-Saite frei lässt. Alternativ greifen manche alle drei Saiten mit einem Finger, das ist eine Frage der Handgröße.
D-Dur (D)
Dreieckiger Griff auf den vier hohen Saiten. Typischer Fehler: Die tiefe E- und die A-Saite werden mit angeschlagen und machen den Klang matschig. Tipp: Den Anschlag bewusst auf der D-Saite beginnen. Wenn das schwerfällt, den Daumen der Greifhand leicht über den Halsrand schieben und die tiefe E-Saite abdämpfen.
C-Dur (C)
Drei Finger über drei Bünde verteilt, die tiefe E-Saite bleibt stumm. Typischer Fehler: Die G-Saite klingt nicht, weil der Mittelfinger auf der D-Saite sie berührt. Tipp: Die Kuppen steil stellen und den Ellbogen etwas vom Körper lösen. Mehr zu diesem Problemgriff steht im Ratgeber C-Dur auf der Gitarre.
G-Dur (G)
Die Finger spannen sich von der tiefen E-Saite bis zur hohen e-Saite. Typischer Fehler: Die A-Saite wird vom Finger auf der E-Saite gedämpft. Tipp: Den Finger auf der tiefen E-Saite steil aufsetzen. Für G-Dur gibt es mehrere übliche Fingersätze, welcher dir liegt, hängt vom nächsten Akkord ab. Die Varianten zeigt der Ratgeber G-Dur-Akkord greifen.
Die besten Paare zum Üben
Statt alle Akkorde durcheinander zu üben, lohnt sich das Arbeiten in Paaren. Bei diesen Wechseln bleiben Finger liegen oder bewegen sich gemeinsam:
| Paar | Was den Wechsel leicht macht |
|---|---|
| Em und Am | Mittel- und Ringfinger rutschen gemeinsam eine Saite Richtung hohe e-Saite |
| E und Am | Die komplette Form wandert um eine Saite |
| Am und C | Zeige- und Mittelfinger bleiben liegen, nur der Ringfinger wechselt |
| D und A | Beide Griffe liegen im zweiten Bund, kurze Wege |
| G und D | Der Finger auf der hohen e-Saite dient als Führung |
| C und G | Mit passendem G-Fingersatz verschieben sich zwei Finger als Block |
Für den Anfang reichen die ersten drei Paare. Wie du Wechsel gezielt schneller machst, zeigt der Ratgeber Akkordwechsel üben.
So prüfst du einen neuen Griff
Bevor du einen Akkord als „gelernt“ abhakst, durchläuft er diesen kurzen Check:
- Akkord greifen und alle Saiten einzeln von tief nach hoch anschlagen.
- Jede Saite, die dumpf klingt oder schnarrt, markieren.
- Den verantwortlichen Finger korrigieren: steiler, näher ans Bundstäbchen oder etwas mehr Druck.
- Hand vollständig lösen, ausschütteln, Akkord neu greifen. Klingt er beim ersten Versuch?
- Erst wenn das dreimal hintereinander klappt, kommt der Wechsel zu einem bekannten Akkord dazu.
Dieser Ablauf wirkt pedantisch, spart aber Wochen. Ein Griff, der von Anfang an sauber sitzt, muss später nicht mühsam umgelernt werden.
Ein 14-Tage-Plan für alle acht Akkorde
| Tage | Neue Akkorde | Wechsel zum Üben |
|---|---|---|
| 1 bis 2 | Em, Am | Em und Am |
| 3 bis 4 | E | E und Am, Em und E |
| 5 bis 6 | A, D | D und A, A und E |
| 7 | Wiederholung | alle bisherigen Paare, erstes Lied mit D, A und E |
| 8 bis 9 | Dm | Dm und Am, Dm und A |
| 10 bis 11 | C | Am und C, C und Em |
| 12 bis 13 | G | G und D, G und Em |
| 14 | Wiederholung | C und G, Lied mit G, C, D und Em |
Wenn ein Abschnitt länger dauert, ist das in Ordnung. Wichtiger als der Kalender ist, dass jeder Griff sauber klingt, bevor der nächste dazukommt. Wer einen ausführlicheren Ablauf mit Rhythmus und Liedern sucht, findet ihn im Übungsplan für 30 Tage.
Vom Griff zum Lied
Sobald drei oder vier Akkorde sitzen, gehören sie in ein Lied. Viele Liederbücher und Songseiten schreiben die Akkordsymbole über den Text, oft genau mit diesen acht Griffen. Beginne mit Liedern, in denen nur zwei oder drei Akkorde vorkommen und lange auf einem Akkord bleiben. Spiele zunächst nur einen Abschlag pro Takt und steigere auf vier, sobald die Wechsel ohne Pause gelingen.
Die Grundlagen zu Akkordaufbau, Griffbild und Lernreihenfolge stehen im Ratgeber Gitarrenakkorde lernen. Dort findest du auch die nächste Stufe: Barré-Griffe und Powerchords.
Fragen und Antworten
- Wie viele Akkorde braucht man, um Lieder zu spielen?
- Für viele einfache Lieder reichen drei bis vier Akkorde, etwa G, C, D und Em. Mit allen acht Grundakkorden kannst du einen großen Teil der Pop-, Folk- und Volkslieder begleiten, solange kein Barré-Akkord vorkommt. Für schwierige Griffe hilft oft ein Kapodaster.
- Welcher der acht Akkorde ist am schwersten?
- Für die meisten sind C-Dur und G-Dur am schwierigsten, weil die Finger über drei Bünde und mehrere Saiten verteilt sind. Bei A-Dur stören sich drei Finger im selben Bund gegenseitig, bei D-Moll muss der kleine Bereich auf den hohen Saiten sehr genau gegriffen werden.
- Warum fehlt F-Dur in der Liste?
- F-Dur ist in der Standardform ein Barré-Akkord und für Anfänger deutlich schwerer als die acht offenen Griffe. Er kommt meist erst nach einigen Wochen hinzu. Bis dahin gibt es einfachere Varianten wie Fmaj7.
- In welcher Reihenfolge sollte ich die Akkorde lernen?
- Bewährt ist der Start mit Em und Am, danach E, A und D, dann Dm und zuletzt C und G. So steigt die Schwierigkeit langsam, und du kannst jedes neue Paar direkt in einem einfachen Wechsel üben.
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- Akkorde
Griffbilder der Grundakkorde, eine sinnvolle Lernreihenfolge, Akkordfamilien und Übungen, mit denen Wechsel endlich flüssig werden.
- Akkordwechsel
Ankerfinger, Minutenwechsel, Luftgriffe und Metronom: sieben Übungen, mit denen der Wechsel zwischen zwei Akkorden nicht mehr den Rhythmus kostet.
- Übungsplan
Ein Plan zum Abhaken: täglich rund 20 Minuten, vier Wochen, acht Akkorde, drei Schlagmuster, ein erstes Zupfmuster und am Ende ein komplettes Lied.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Saitenfabrik.