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Erste Gitarre kaufen: Konzert-, Western- oder E-Gitarre?

Welche Gitarrenart zu welcher Musik passt, woran du ein gut spielbares Instrument erkennst und was beim Kauf im Laden, online und gebraucht zählt.

Akustische Westerngitarre mit Gurt liegt auf einem dunklen Holzboden

Die Wahl der ersten Gitarre entscheidet mit darüber, wie viel Spaß die ersten Monate machen. Ein Instrument, das schwer zu greifen ist oder sich ständig verstimmt, bremst auch motivierte Einsteiger aus. Gleichzeitig muss niemand für den Anfang viel Geld ausgeben. Diese Seite vergleicht die drei Gitarrenarten neutral, zeigt die wichtigsten Qualitätsmerkmale und gibt Tipps für den Kauf im Laden, online und gebraucht. Wir verkaufen selbst keine Instrumente und erhalten für die Einordnung kein Geld von Herstellern.

Die drei Gitarrenarten im Vergleich

Merkmal Konzertgitarre Westerngitarre E-Gitarre
Saiten Nylon, weich Stahl, straffer Stahl, dünn
Klang warm, rund hell, brillant, laut abhängig von Verstärker und Effekten
Hals breit, flach schmaler schmal, meist dünn
Anschlag meist mit Fingern Plektrum oder Finger meist Plektrum
Typische Musik Klassik, Flamenco, Bossa, Kinderlieder Pop, Folk, Country, Singer-Songwriter Rock, Blues, Metal, Funk
Zusätzlich nötig nichts nichts Verstärker, Kabel

Konzertgitarre: Die Nylonsaiten sind für die Fingerkuppen am angenehmsten, deshalb beginnen viele Kinder und Musikschulen mit ihr. Der breitere Hals gibt den Fingern mehr Platz zwischen den Saiten, verlangt bei manchen Griffen aber mehr Spreizung.

Westerngitarre: Der Klassiker für Liedbegleitung und Lagerfeuer. Stahlsaiten klingen lauter und brillanter, drücken sich anfangs aber stärker in die Fingerkuppen. Nach einigen Wochen bildet sich Hornhaut, dann ist das kein Thema mehr.

E-Gitarre: Die dünnen Saiten und die meist sehr niedrige Saitenlage machen das Greifen leicht. Dafür kommt Technik dazu: Ohne Verstärker ist sie kaum hörbar. Für zu Hause genügt ein kleiner Übungsverstärker, viele Modelle haben einen Kopfhöreranschluss.

Nylon- und Stahlsaiten sind nicht austauschbar: Eine Konzertgitarre ist für die Zugkraft von Stahlsaiten nicht gebaut und kann dadurch beschädigt werden.

Welche Musik willst du spielen?

Die wichtigste Frage beim Kauf ist nicht technisch. Wer Rockriffs im Kopf hat und mit einer Konzertgitarre Kinderlieder üben muss, verliert schnell die Lust. Umgekehrt passt eine E-Gitarre schlecht, wenn du vor allem singen und dich begleiten möchtest. Höre dir an, welche Gitarren in deiner Lieblingsmusik zu hören sind, und orientiere dich daran. Den Wechsel auf eine andere Gitarrenart später schafft man problemlos, die Grundlagen sind dieselben.

Woran du eine gut spielbare Gitarre erkennst

  • Saitenlage: Der Abstand zwischen Saiten und Griffbrett sollte gering sein, vor allem in den höheren Bünden. Zu hohe Saiten verlangen viel Kraft und lassen Akkorde verstimmt klingen. Viele Fachgeschäfte stellen die Saitenlage beim Kauf ein.
  • Bundstäbchen: Sie dürfen an den Halskanten nicht überstehen oder scharf sein. Fahre mit der Hand am Halsrand entlang.
  • Gerader Hals: Von der Kopfplatte aus am Hals entlang peilen. Eine leichte, gleichmäßige Krümmung ist normal, ein verdrehter oder stark gebogener Hals nicht.
  • Mechaniken: Sie sollen sich gleichmäßig drehen lassen und die Stimmung halten.
  • Intonation: Der Ton im zwölften Bund sollte genau eine Oktave über der leeren Saite liegen. Ein Stimmgerät zeigt das schnell.
  • Verarbeitung: Keine Risse, keine lösenden Leimfugen, kein Schnarren in einzelnen Bünden.

Was kostet eine Einsteigergitarre?

Spielbare Einsteigerinstrumente gibt es bei allen drei Gitarrenarten zu vergleichsweise moderaten Preisen, die genaue Spanne hängt von Hersteller, Händler und Ausstattung ab. Bei sehr billigen Komplettsets lohnt ein kritischer Blick: Oft sind Saitenlage und Mechaniken das Problem, nicht das Holz. Ein günstiges Instrument, das im Fachgeschäft eingestellt wurde, spielt sich häufig besser als ein teureres, das ungeprüft aus dem Karton kommt.

Bei der E-Gitarre gehört der Verstärker zum Budget. Starter-Sets mit Gitarre, Übungsverstärker, Kabel und Tasche sind praktisch, die Qualität der einzelnen Teile schwankt aber stark. Was ein solches Set mindestens enthalten sollte und welches Zubehör zum Start sinnvoll ist, beschreibt der Ratgeber Gitarrenzubehör.

Gitarren für Kinder

Richtwerte und die Armlängen-Probe erklärt der Artikel Gitarrengrößen für Kinder.

Kinder brauchen ein Instrument, das zu ihrer Größe passt. Konzertgitarren gibt es dafür in den Größen 1/4, 1/2, 3/4 und 7/8, Erwachsene spielen meist die volle Größe 4/4. Welche Größe passt, hängt von Körpergröße und Armlänge ab und lässt sich am besten ausprobieren: Das Kind sitzt aufrecht, die Gitarre liegt richtig, und der Arm erreicht den ersten Bund ohne Strecken. Viele Musikschulen verleihen Kindergitarren, was bei schnellem Wachstum sinnvoll sein kann.

Linkshänder

Für Linkshänder gibt es spiegelverkehrt gebaute Gitarren, bei denen die Saiten umgekehrt aufgezogen sind und Sattel und Steg passend gearbeitet sind. Manche Linkshänder lernen dennoch auf einer Rechtshändergitarre, weil die Greifhand ebenso viel Geschick braucht wie die Schlaghand und die Auswahl an Instrumenten größer ist. Beides funktioniert. Wichtig ist, sich vor dem Kauf zu entscheiden und dann dabeizubleiben.

Im Laden, online oder gebraucht kaufen?

Worauf du beim Gebrauchtkauf achtest, zeigt die Checkliste für gebrauchte Gitarren.

Im Fachgeschäft kannst du verschiedene Modelle anspielen, die Saitenlage prüfen und dich beraten lassen. Für die erste Gitarre ist das der sicherste Weg, auch wenn du selbst noch nicht spielen kannst: Lass dir mehrere Instrumente vorspielen und achte darauf, wie sie in deiner Hand liegen.

Online ist die Auswahl größer, und Preise lassen sich leicht vergleichen. Achte auf ein unkompliziertes Rückgaberecht und prüfe das Instrument nach dem Auspacken gründlich nach der Liste oben. Einige Händler bieten an, die Gitarre vor dem Versand einzustellen.

Gebraucht lassen sich gute Instrumente günstig finden. Prüfe Hals, Bundstäbchen und Korpus auf Risse, bei E-Gitarren zusätzlich Potis und Buchse auf Kratzen oder Aussetzer. Wenn möglich, nimm jemanden mit, der Gitarre spielt.

Ist die Gitarre gekauft, geht es mit dem Stimmen los. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Gitarre stimmen, der Fahrplan für die ersten Wochen unter Gitarre lernen für Anfänger.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ist eine Konzertgitarre für Anfänger leichter?
Die Nylonsaiten der Konzertgitarre sind weicher und schonen die Fingerkuppen. Dafür ist ihr Hals breiter, was bei manchen Akkorden mehr Spreizung verlangt. Ob sie leichter ist, hängt deshalb auch von der Handgröße ab. Entscheidend ist, welche Musik dich motiviert.
Kann man mit der E-Gitarre anfangen?
Ja. Dünne Saiten und niedrige Saitenlage machen das Greifen oft sogar leichter. Allerdings brauchst du zusätzlich Verstärker und Kabel, und Fehler im Anschlag sind mit Verzerrung schwerer zu hören. Wer Rock oder Metal spielen will, bleibt mit der E-Gitarre meist motivierter.
Welche Gitarrengröße braucht ein Kind?
Für Kinder gibt es Konzertgitarren in den Größen 1/4, 1/2, 3/4 und 7/8. Die passende Größe hängt von Körpergröße und Armlänge ab, nicht nur vom Alter. Am besten probiert das Kind im Fachgeschäft oder in der Musikschule aus, ob es den ersten Bund bequem erreicht.
Lohnt sich eine gebrauchte Gitarre?
Oft ja, weil gute Instrumente ihren Wert halten und gebraucht günstiger sind. Prüfe aber Hals, Bundstäbchen, Risse im Holz und die Elektronik bei E-Gitarren. Wer sich unsicher ist, nimmt eine erfahrene Person zum Anspielen mit.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Saitenfabrik.